swissalpine Marathon Davos 2010
August 2, 2010 Wettkampfberichte No Comments
Der erste alpine Halbmarathon unserer Karriere fand am 31.07.2010 beim 25-jährigen Jubiläum des swissalpine Marathon in Davos statt. Unser Tag begann um 8 Uhr mit einem reichhaltigen Fitnessfrühstück in einer namentlich nicht zu erwähnenden Straussenwirtschaft (Grund: Schleichwerbung). Nach erfolgreicher Verköstigung ging es auf die ca. 240 km Anfahrtsweg nach Davos. Unterwegs mussten wir für diverse Geschäftlichkeiten dreimal pausieren, da sich unser Flüssigkeitshaushalt auf allerhöchstem Niveau für einen bevorstehenden Wettkampf befand.
Angekommen in Davos um etwa 12.30 Uhr, fanden wir an der ausgewiesenen Startnummernausgabestelle lediglich ein paar Umzugskartons vor. Unsere freundliche Frage nach der genauen Örtlichkeit der Ausgabestell - zunächst bei einem sprachgewandten englischsprechenden Teilnehmer, dann bei zwei verschiedenen Verkehrskadetten - blieb leider ohne Erfolg, bis wir einen Privatparkplatzwächter interviewen konnten. Dieser teilte uns zu unserem Erstaunen mit, dass wir in Klosters und nicht in Davos die Startunterlagen zu holen hätten, der Weg dorthin führe uns allerdings über einen Pass. Leichte Hektik brach aus, da wir zeitlich sowieso schon eng kalkuliert hatten und der Lauf um 14:25 Uhr beginnen sollte - nach Möglichkeit mit uns.
Die Eingabe des neuen Zielortes in das zuverlässige Navigationsgerät verschaffte uns wieder etwas mehr Zuversicht, da lediglich 20 Minuten für die Strecke mit dem Auto zurückzulegen waren. In Klosters angekommen, fanden wir ohne weitere Zwischenfälle einen Parkplatz, die Startnummernausgabe direkt an einem Bahnhof und die Örtlichkeiten für kleinere und größere Geschäfte mit fragwürdigen Hygienevorrichtungen. Um zum Start des Halbmarathons zu gelangen, war die Anfahrt mit dem eigenen Fahrzeug strickt untersagt. Eine Zuwiderhandlung hätte die Disqualifiaktion zur Folge gehabt. So wurden alle Teilnehmer in einen Sonderzug verfrachtet und zum Start nach Davos Wolfgang kutschiert.
Gestartet wurde auf einer Höhe von etwa 1.000 Höhenmetern von einer wunderschönen 500 Meter langen Brücke. Das war es dann aber auch schon mit dem schönen Teil. Danach ging es zunächst einmal knapp 3 km bergauf (Streckenprofil herunterladen). Bereits auf diesem steilen Streckenabschnitt, mussten wir zwei Gehpausen einlegen, um wieder zu Atem und Kräften zu kommen. Nach einer kurzen und erholenden Bergabpassage folgte der etwa 3,5 km lange Aufstieg bis auf 1.500 Höhenmeter. Vereinzelt blieb uns aufgrund der Steilheit und Beengtheit des Weges und eigener Kraftlosigkeit nichts anderes übrig, als den Fussmarsch anzutreten. Auf Höhe von Streckenkilometer 8 musste Alex den stärkeren Ramon ziehen lassen, welcher sich nur wiederwärtig dem “Freibrief” hingab, schlussendlich aber doch mächtig und spektakulär an einem steilen Abschnitt anzog und bald darauf aus dem Blickfeld verschwandt.
Der weitere Verlauf bis Streckenkilometer 12,5 war geprägt von einigen Bergabpassagen und kurzen, aber knackigen Berganstiegen bis hinauf auf eine Höhe von 1.680 Meter. Nach Erreichen des Gipfels dieser Halbmarathonstrecke folgte eine Erholungsphase hinab auf 1.600 Höhenmeter, auf dessen Höhe sich auch der Zielort Davos befindet. Trotz der gleichen Höhenlage ab Kilometer 13,5 bis zum Ziel verlief die restliche Strecke teilweise hügelig, durch enge und nicht gut zu bewältigende Waldwege und war nur selten geprägt von flachen Abschnitten. Negativ aufgefallen ist uns insbesondere die Lösung des Problems, wie zwei Straßen von den Läufermassen überquert werden sollen. Es wurde eine Art notdürftiger Übergang, bestehend aus Gerüstteilen, wie sie auf einem Bau zu finden sind, erstellt, über welchen die Läufer gehen mussten. Dabei war die Umgewöhnung vom Renn- in den Treppensteigrhythmus so fatal, dass ab diesem Zeitpunkt sicherlich nicht nur Ramon mit nicht unerheblichen Krämpfen zu kämpfen hatte, die ihn beinnahe zur Aufgabe zwangen.
Drei Verpflegungsstände im Abstand von etwa 5 Kilometern versorgten die Läuferinnen und Läufer mit Wasser, isotonischem Tee und Bananen oder Müsliriegel. Von der wunderschönen Landschaft, der herrlichen Luft und dem hervorragenden, fast schon zu warmen Sonnenscheinwetter, bekamen wir nur recht wenig mit. So erreichten wir das Ziel in einer so nicht erwarteten - da schwierigkeits- und anstrengungstechnisch die Strecke unterschätzt wurde - Zeit von 2:18 Std. (Ramon) bzw. 2:26 Std. (Alex). Dort wurden wir verpflegt mit Gemüsebrühe, alkoholfreiem Bier, Wasser und isotonischen Getränken. Die Rückfahrt mit dem Zug nach Klosters stellte sich dann leider als Geduldsprobe heraus, da wir auf die Abfahrt des Zuges 40 Minuten warten mussten.
Von Klosters aus schlugen wir uns dann noch etwa 25 Kilometer oder 40 Minuten mit dem Auto durch die Landschaft, bevor wir unser Hotel in St. Antönien erreichten, wo wir nach einer erfrischenden Dusche das Abendmahl zu uns nahmen. Gereicht wurde ein gemischter Salat, der Hauptgang bestand aus den Kombinationen Schnitzel, Pommes und Salat, was im schweizerischen soviel heißt wie “Schnipo”.
Nach einer angenehmen Nachtruhe, welche lediglich zu Anbeginn der Einschlafphase durch die direkt an das Hotel angrenzende Kirchenglocke gestört wurde, genossen wir ein hervorragendes Frühstück und stellten fest, dass von dem befürchteten Hammer-Muskelkater nichts zu spüren war. Im Gegenteil, wir fühlten uns pudelwohl und konnten sogar nach dem Auschecken etwas bergauf wandern, um die herrliche Landschaft phototechnisch festzuhalten. Auf der Rückfahrt kehrten wir am Zürichersee in einer Wirtschaft zum Mittagessen ein und ließen anschließend im Joggele in Basel bei einem 3-0 Sieg über den FC St. Gallen das Wochenende ausklingen.
Trotzdem traten wir Freitag Mittag um 12 Uhr mit unserem von Skoda gesponsorten run4money-Fahrzeug die Reise in das Großherzogtum Luxemburg an. Ein Zwischenstopp an einer französischen Tankstelle brachte uns neben einem Toilettengang auch etwas Energie in Form von Sandwiches. Ein Problem bei der Anreise stellte das sperrlich ausgestattete Navi dar, welches nur Autobahnen im europäischen Ausland kannte. Daher wurden wir über gebührenpflichtige Autobahnpassagen gelotst - an dieser Stelle eine Empfehlung an den deutschen Staat: Wenn das Schuldenloch gestopft werden soll, einfach für 1 km Autobahnabschnitt so ca. 4,10 EUR kassieren.
Nach unserer Ankunft in Luxemburg, suchten wir der “Tradition” wegen die alte Startunterlagen-
Um Punkt 18 Uhr erfolgte dann der Startschuss. Bedingt durch den geänderten Startpunkt, änderte sich auch die Streckenführung (
Als Dankeschön für das Erreichen der Ziele spendierte der Motivator ein Abendessen im Hilton als Room Service - kredenzt wurde für den spendablen Spendierer rosa gebratene, in Honig glasierte Entenbrust mit Quinoa und für den Zieleumsetzer Spareribs mit Folienkartoffel und lecker Sößchen. Die Verköstigung erfolgte dabei im Zimmer in allerfeinster Manier. Das Mahl samt Tisch wurde auf Rädern in unser Zimmer chauffiert und Leerung der Teller wieder abgeholt.
Heute war nun endlich der Tag gekommen, an dem sich die wochenlange Schinder- und Quälerei bezahlt machen sollte: Der Greifenseelauf 2009 mit Start und Zielpunkt in Uster stand auf der Agenda.
Unser Halbmarathon-Wochenende in Luxemburg begann zunächst einmal mit einer vom Navi unterstützten Anreise. Bereits kurz nach Reiseantritt dachten wir an die Vorbereitung und den bevorstehenden Kohlenhydrat-Verbrauch, wodurch wir uns spontan dazu entschlossen, das Essen einer berühmt berüchtigten Fast Food-Kette in Anspruch zu nehmen.
Das Auffinden unserer Unterkunft (eine nahmhaften Hotelkette mit reichen und berühmten und nicht unschönen Erbinnen) gestaltete sich aufgrund überaus überschaubaren Lage - auf dem Gipfel eines Hügels - und mit Unterstützung der Navigationstechnik relativ einfach. Dem problemlosen und in englischer Sprache geführten Check-in folgte das Beziehen unserer durchaus als geräumig zu bezeichnenden Zimmers.
Nach ca. 9 km rannten wir auf einer sehr sehr langen Geraden von der “Oberstadt” in die “Unterstadt”, hindurch zwischen zwei imposanten und wunderschönen Hochhäusern. Generell muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass dieser Halbmarathon der in unserer langen langen langen Karriere best organisierteste und schönste, mit den meisten Eindrücken bestückteste, Halbmarathon ist! Nach der langen Geraden passierten wir teilweise enge und mit Pflastersteinen gekennzeichnete Wege, mussten aufgrund des enormen Menschenaufkommens und des dadurch entstandenen Spaliers teilweise hintereinander rennen und durchquerten schlussendlich noch einen Park, bevor es dann zum Schlussanstieg hinauf nach Alpe d’Huez ähm ins Ziel ging.
Schneller erreichten wir unsere angepeilte km-Zeit und schossen des Öfteren auch darüber hinaus. Besonders in der Altstadt wurden wir durch Publikumszurufe und Applaus zu teilweisen “Zwischensprints” katapultiert. Der Streckenverlauf war recht angenehm und ohne große Höhenunterschiede. So liesen wir auch tapfer die ersten drei Verpflegungsstation aus, welche ca. alle 2,5 km die Strecke säumten. Erst bei Kilometer 10 griffen wir das erste Mal zu Wasser bzw. isotonischem Getränk. Zweiteres stellte sich allerdings schnell als geschmacklicher Fehlgriff heraus, wordurch wir uns im Folgenden hauptsächlich auf Wasser spezialisierten. Allerdings fiel uns auch auf, dass wir zwar konditionell auf einer sehr guten Wellenlänge sind, jedoch unsere “Trink-Schwäche” seit dem Karlsruher Halbmarathon nicht wirklich verbessern konnte. Hier sehen wir noch eindeutige Verbesserungsmöglichkeiten. 
Die letzten Kilometer waren vom Gefühl her die längsten. Während Ramon noch einen recht munteren Eindruck hinterließ, musste Alex dem anfänglich hohen Tempo Tribut zollen. Die Laufgeschwindigkeit verringerte sich stetig, von einem Schlusssprint konnte somit unter keinen Umständen gesprochen werden. Nicht mal der Gedanke daran war möglich.
Nach einem ausgiebigen Jogger-Frühstück am Samstag nahmen wir die Anreise Richtung Karlsruhe in Angriff. Dank eines hervorragend programmierten Navigationssystems fanden wir unser Hotel ohne Probleme. Nach einer leckeren Lasagne im Pizza Hut schlenderten wir ein wenig in den Einkaufspassagen herum und warteten sozusagen auf den nächsten Kohlehydrat-Schub in Form eines deftigen Pasta-Essens. Die anschließende Bettruhe ab 22 Uhr diente der optimalen Vorbereitung.
isotonischen Getränken) nahmen wir bei herrlicher Frischluft in der Tiefgarage im Auto ein, wonach wir unsere Muskeln im hoteleigenen Fitnessraum auf dem Laufband bzw. dem Fahrrad auf Temperatur brachten. Um 8.15 Uhr machten wir uns auf den Weg Richtung Europahalle, wo der Start um 9.10 Uhr erfolgen sollte. Auf dem Weg dorthin präparierten wir uns mit Startnummer und Chip zur Zeitmessung und verspeisten eine Banane sowie Traubenzucker.
fähig ist und ließen die Pacemaker und ein ganzes Pulk an Läufern hinter uns. Dies verschaffte uns nicht nur mehr Platz, sondern auch ein wenig mehr Gleichmäßigkeit bei unserem Tempo. Wir waren trotzdem oft gezwungen unsere Geschwindigkeit zu variieren um überholen zu können.
